Schwarze Magie in der Aula
Von CHRISTOPH MATHIEU
Schüler des Silverberg-Gymnasiums spielen „Krabat“
Bedburg - Das Silverberg-Gymnasium ist eine Schule für schwarze Magie. Jedenfalls viermal in diesem Jahr. Dann baut der Vokalpraktische Kurs der Zwölftklässler die Schulaula in eine düstere Mühle um und spielt die Geschichte von Krabat, dem Müllerburschen und Zauberlehrling, der vor allem durch das Buch von Otfried Preußler bekannt wurde.
Gestern feierten die Schüler mit dem Stück um den Waisenjungen, der sich in einen Raben verwandeln kann, Premiere, heute abend stehen sie wieder ab 18 Uhr auf der Bühne. Im Juni gibt es zwei weitere Aufführungen in verschiedenen Besetzungen.
Gestern wurde der strenge Müller- und Zaubermeister von Tim Stranowsky gespielt. Als derjenige mit dem stärksten Bartwuchs, kann er am ehesten als herrischer Bösewicht überzeugen - vor allem, weil die Zauberschüler größtenteils von Mädchen gespielt werden. "Es sind eigentlich in jedem Jahr mehr Mädchen dabei als Jungs", sagte Michaela Engel, Musiklehrerin und Leiterin des Kurses.
Bei der Generalprobe am Morgen war sie auch schon mal zum bösen Müller streng. "Sprecht lauter, dreht euch zur Bühne, macht euch die Schnäbel vernünftig am Gesicht fest", schärfte sie allen ihren jungen Schauspielern ein.
Im Vokalpraktischen Kurs ist es üblich, dass nicht nur geschauspielert, sondern auch gesungen wird. Die Zwölftklässler haben daher etwas ganz Besonderes gewagt und Heavy-Metal-Songs in die Bühnenversion von Preußlers Roman integriert. "Die haben wir in einem Album der Band ASP, dessen Stücke von Krabat handeln", erzählte Maike Kersten, die das Textbuch geschrieben hat und gestern Abend den Krabat spielte. "Das war ganz schön knifflig. Ich habe vier anläufe gebraucht, bis alles gepasst hat."
Bei einem Workshop in der Eifel haben die Schüler intensiven Gesangsunterricht bekommen. Paul Galaburda ist seit einem Jahr Musiklehrer am Silverberg-Gymnasium. Ihn holte Michaela Engel dazu, um mit den Schülern an ihrem Gesang zu arbeiten. "In der Eifel haben wir bis tief in die Nacht geübt", erzählte er. "Die Schüler waren unglaublich engagiert." Auch an Wochenenden und nach der Schule arbeiteten sie an dem Stück und ihren Rollen. "Ich wusste zunächst nicht, wie ich den Müller spielen soll", sagte Tim Stranowsky. "Aber dann habe ich mich an dem Bösewicht aus dem Musical "Tanz der Vampire" orientiert, und es lief wie von selbst."
Die Kulissen wurden von der Kunst-AG entworfen, die mittelalterlich angehauchte E-Gitarren-Musik spielt eine speziell gegründete Schülerband. Das Ergebnis ist ein dichtes und düsteres Stück. Erst am Ende werden fröhlichere Töne angestimmt, doch die Stimmung bleibt morbide. Denn die Schüler der schwarzen Magie singen: "Ja, ja
dreimal hurra, der Müller muss endlich ins Grab."
Krabat wird heute ab 18 Uhr, am Montag, 14. Juni, ab 19.30 Uhr und am Freitag, 18. Juni, ab 18 Uhr im Silverberg-Gymnasium aufgeführt.