Silverberg-Gymnasium Bedburg
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Geruchs-Fernsehen

Von Christoph Mathieu, 22.06.10, 07:03h, aktualisiert 22.06.10, 11:43h

Ein Fußballspiel mit Stadion-Düften

Bedburg -Die drei Schüler des Silverberg-Gymnasiums haben Großes vor. Und damit ist nicht das Abitur gemeint, das die Zwölftklässler im nächsten Jahr erwartet. Philipp Jakoby, Christoph Stecker und Tim Stranowsky haben sich das Patent auf „multi-TV“ schützen lassen. Mit dem Projekt sind sie Sieger des Deutschen Gründerpreises für Schüler der Kreissparkasse Köln geworden.
„Multi“ bedeutet, dass es sich um ein Fernseherlebnis handelt, das über das Betrachten von Bildern hinausgeht. Die Jungs wollen Gerüche über Datenleitungen in die Wohnzimmer schicken. „Genauer gesagt in einen Helm, der Bilder, Ton und Düfte übermittelt“, erklärt Christoph Stecker. Demonstrieren können sie den Helm noch nicht. Im Business-Plan, mit dem die Schüler am Wettbewerb der Kreissparkasse teilgenommen haben, haben sie ausgerechnet, dass sie für die Herstellung des Prototyps mehrere Millionen Euro bräuchten.
Tim Stranowsky erklärt das Prinzip: „Der Helm ist mit einem Visier ausgestattet, über das man das Fernsehbild - wahlweise auch in 3D - übermittelt bekommt. Gleichzeitig werden die Düfte über einen Bügel an die Nase geschickt.“ Und zwar in so kleinen Molekülen, dass der Geruch für die Nase wahrnehmbar ist, aber nicht in die Raumluft übergeht. „Generiert werden die Gerüche über Kartuschen, die Grunddüfte enthalten.“ Das würde im Prinzip wie bei einem Fernseher funktionieren, der aus drei Grundfarben alle Farben herstellen kann. „Düfte sind etwas komplexer, daher wären mehr als drei Grundnoten nötig“, ergänzt Philipp Jakoby. „Die Gerüche werden als Datencodes verschlüsselt, die der Helm dann mit den Kartuschen in Düfte umwandeln kann.“
Bei einem Fußballspiel würden beispielsweise die Gerüche im Stadion von Sensoren aufgenommen und in Codes umgewandelt werden. Die werden an den Helm geschickt und dort zurückverwandelt. Bei Spielfilmen könnten die Gerüche von einem Duftmischer erzeugt werden. „So wird sogar eine neue Berufsgruppe geschaffen“, scherzt Stranowsky.
Bei ihren Planungen unterstützt wurden die Schüler von Diplom-Ingenieur Günther Königs, Filialleiter des Bedburger Medimax-Markts. Mit seiner Hilfe haben sie den Helm konzipiert und die neun Aufgaben gelöst, die beim Schüler-Gründerpreis-Wettbewerb gestellt wurden. „Wir mussten einen Drei-Jahres-Plan erstellen, eine Homepage programmieren und vieles mehr“, erklärt Christoph Stecker.
Das Engagement hat sich gelohnt: Als Kreis-Sieger stellten sie ihr Projekt auch auf Landesebene in Düsseldorf vor und belegten Platz drei. Auf Bundesebene verpassten sie die Top Ten knapp: Sie holten Platz 15 unter 1200 Bewerbern. 1750 Euro Preisgeld gab es dafür. Doch mit etwas Geschick und Glück können die Schüler noch mehr Geld verdienen. „Als wir hörten, dass unsere Idee nirgendwo geschützt ist, haben wir sie uns sichern lassen“, sagt Stranowsky. „Vielleicht setzen wir sie wirklich um.“