Wasserstoffprojekt erhält „Dritten Stern“ der Zukunftsagentur Rheinisches Revier

Veröffentlicht am: 19.04.2021

Windpark Königshovener Höhe Ob für industriell-gewerbliche Prozesse, im Bereich der Mobilität oder der nachhaltigen Wärmeversorgung von Wohn- und Gewerbebauten, die Erzeugung „grünen“ Wasserstoffs aus Windenergie zur gewerblichen und privaten Nutzung in Bedburg ist in greifbare Nähe gerückt. Der Aufsichtsrat der Zukunftsagentur Rheinisches Revier (ZRR) verlieh in seiner Sitzung am 16. April 2021 dem Demonstrations- und Pilotprojekt „Bedburg - Grüner Wasserstoff-Hub im Nordrevier“ der Stadt Bedburg und ihren Kooperationspartnern – Westenergie AG, TH Köln, NPROXX GmbH, DEM GmbH – den „Dritten Stern“.
   
Damit wurde das Vorhaben, das Teil des „SofortprogrammPLUS“ der ZRR ist, zum „Zukunftsprojekt des Strukturwandels“ gemacht, das heißt, dass für dieses ein Förderzugang bei Bundes- oder Landesregierung erfolgreich identifiziert werden konnte. Das Bedburger Projekt ist demnach bewilligungsreif und der Weg für die Erstellung eines formellen Förderantrags somit frei.
   
„Wir freuen uns unglaublich über die Entscheidung der ZRR. Das Projekt ist unser ganz konkreter Einstieg in den Strukturwandel. Es soll demonstrieren, dass erneuerbare Energien bei uns vor Ort Arbeitsplätze schaffen bzw. erhalten und eine neue Wertschöpfung in der Region etablieren können. Bedburg hat eine Energie-DNA, statt für Braunkohle soll diese künftig für grünen Wasserstoff genutzt werden – so kann es uns gelingen, dass die Kompetenzen der vielen Menschen in der Stadt, die aktuell von der Energieproduktion leben, durch den Strukturwandel nicht verloren gehen“, so Bürgermeister Sascha Solbach.
   
Die Potenziale der Wasserstofftechnologie für Klimaschutz, Wachstum und Beschäftigung in Bedburg sind vielversprechend und sollen deshalb systematisch erschlossen werden. Vor diesem Hintergrund plant die Stadt Bedburg als Miteigentümerin des Windparks Königshovener Höhe, der künftig über eine installierte Leistung von 90 Megawatt (MW) verfügt, den Überschussstrom dieses zur Erzeugung von „grünem“ Wasserstoff zu verwenden.
   
Im Rahmen des Projektes „Bedburg - Grüner Wasserstoff-Hub im Nordrevier“ befassen sich die Projektpartner mit dem Bau und der Optimierung einer in die lokale Energieversorgung eingebundenen Elektrolyseanlage, die „grünen“ Wasserstoff für unterschiedliche gewerbliche Verwendungsrichtungen (z. B. Mobilität, Strom oder Nutzwärme) kosteneffizient verfügbar machen soll und den Wirkungsgrad der Konversion durch Einbindung der Prozesswärme in die lokale Wärmeversorgung erhöht. Zudem wird demonstriert, wie der grüne Wasserstoff-Hub zum Erhalt der Stromversorgungsqualität im regionalen Energiesystem beitragen kann und welche Konzepte für die Wasserstoffdistribution wirtschaftlich und akzeptabel in der Region umgesetzt werden können.
   
Bürgermeister Sascha Solbach: „Unser Verbundvorhaben baut auf vorhandenen Stärken im energiewirtschaftlichen Bereich auf. Unternehmen, beispielsweise im künftigen interkommunalen Gewerbegebiet an der BAB 61, sollen hier eine Energieversorgungsinfrastruktur vorfinden, die maßgeblich dazu beiträgt, dass sie ihre Produkte klima- und ressourcenschonend erzeugen und vertreiben können. Zudem könnte der grüne Wasserstoff unter anderem auch im Bereich der Mobilität – bei LKWs, Busflotten oder Gabelstaplern – zum Einsatz kommen und ist ebenso für die Beheizung und Bestromung von Wohnbauten angedacht. Wir wollen die Chancen des grünen Wasserstoffs für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung von Privathaushalten und Unternehmen in Bedburg nutzen.“
 

Weitere assoziierte Partner des Vorhabens sind die RWE Renewables GmbH, REVG Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft mbH, Hydro Aluminium sowie Neurather Gärtner GbR.

Bild: © RWE

 
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