Stadt Bedburg kauft Industriefläche der Firma reuter.de

reuter.de Die Stadt Bedburg hat heute die in 2016 von der RWE Power AG und SANY Europe an den Fach- und Onlinehändler reuter.de verkaufte Fläche im Industriegebiet Mühlenerft erworben. Die ursprünglich vorgesehene Neuansiedlung der Firma reuter.de, die knapp 400 neue qualitative Arbeitsplätze schaffen sollte, ist nach über zwei Jahren Verhandlung an einer veralteten Gesetzgebung gescheitert.

     

Die Firma reuter.de verbindet E-Commerce und stationären Handel und wollte in Bedburg einen Teil des Geländes für Logistik, einen weiteren Bereich für eine Bäder- und Sanitärausstellung mit Verkauf etablieren. Auf einer Industriefläche (GI) darf jedoch lt. Gesetzgeber kein Einzelhandel über 800 qm angesiedelt werden. Weist man das Gelände dementsprechend als Gewerbegebiet (GE) aus, wäre wiederum die für die Logistik wichtige Erlaubnis für einen Drei-Schicht-Betrieb nicht möglich. Die Verwaltung der Stadt Bedburg wollte dem mit einer so genannten „Atypik“ gerecht werden, die den gesamten Arbeitsbereich umfasst und alle Arbeitsprozesse ermöglicht hätte. Dieser Antrag konnte in über zwei Jahren nicht bei den zuständigen Behörden, der Bezirksregierung Köln und der Landesregierung in Düsseldorf, abschließend entschieden werden. Das Unternehmen zog sich aus Bedburg zurück und investiert nun in Mönchengladbach-Rheindahlen.

     

Beide Vertragspartner appellierten nach der Vertragsunterzeichnung an den Gesetzgeber, für Kommunen und für Investoren hinsichtlich moderner Geschäftsmodelle schnellstmöglich die notwendigen gesetzlichen Voraussetzungen und damit die nötige Klarheit für Neuansiedlungen zu schaffen. Gerade im Strukturwandel werden neue Arbeitsplätze dringend benötigt und dürften nicht weiter durch eine unzeitgemäße Gesetzgebung verzögert oder gar blockiert werden.

     

„In Zeiten des Strukturwandels brauchen wir Unternehmer wie Bernd Reuter, die in unserer Region Arbeitsplätze schaffen wollen. Das ist doch genau das, was wir derzeit täglich den Nachrichten als Forderung der Politik an die Wirtschaft entnehmen können. Dann ist es aber umso wichtiger, dass potentielle Investoren wie er, ihre Pläne auch zügig umsetzen können. reuter.de ist im Bereich Bad und Sanitär ein E-Commerce-Pionier und genau das ist für Bedburg zum Problem geworden, denn in der aktuellen Gesetzgebung sind solche innovativen Unternehmensformen nicht präsent. Wir haben über zwei Jahre alles versucht, damit die Firma ihre Pläne bei uns umsetzen kann und ich bin frustriert, wie wenig die Verantwortlichen in Köln und Düsseldorf sich in dieser Zeit in unserem Sinne bewegt haben. Ich bin Bernd Reuter sehr dankbar, dass er gemeinsam mit uns geduldig daran gearbeitet hat, die nötigen Genehmigungen zu bekommen. Vor allem rechne ich es ihm sehr hoch an, dass wir – nachdem klar war, dass die Zusammenarbeit nicht zustande kommen darf – das Grundstück komplett und zu einem fairen Preis kaufen konnten. Er hat uns so ermöglicht, selber zu bestimmen, wer diese begehrte Fläche im Industriegebiet erhalten soll. Bernd Reuter hat damit auf finanzielle Vorteile verzichtet und Verantwortung für unsere Region übernommen, das ist für einen Unternehmer nicht selbstverständlich. Wenn der Strukturwandel gelingen soll, müssen die Verantwortlichen in Düsseldorf und Berlin nun ebenso im Sinne der Menschen handeln“, sagt Bürgermeister Sascha Solbach.

     

„Gerne hätten wir das innovative Neubauvorhaben einer Logistik in Verbindung mit Handelsfläche in Bedburg realisiert. Dieser Prozess hat gezeigt, dass Politik und Verwaltung sich mit den Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Digitalisierung in Deutschland nach wie vor schwertun. Nichtsdestotrotz bedanken wir uns bei der Stadt Bedburg und insbesondere bei ihrem Bürgermeister Sascha Solbach, die uns jederzeit professionell unterstützt haben. Statt in Bedburg wird unser Neubau als reines Logistikzentrum in den kommenden Monaten in Mönchengladbach-Rheindahlen entstehen. Die Baugenehmigung liegt bereits vor“, sagt reuter.de-Geschäftsführer Bernd Reuter.

    

Hintergrund:

Die Firma Reuter wollte Anfang 2017 beginnen, ein innovatives Logistikgebäude (60.000 qm) in Verbindung mit einer Handelsfläche (5.000 qm) auf dem 120.000 qm großen Grundstück in Bedburg zu errichten. Die inhabergeführte Firma reuter.de hatte Bedburg wegen seiner optimalen Bedingungen für eine langfristige und nachhaltige Ansiedlung vorgesehen: Das Grundstück liegt in einer verkehrsgünstigen Lage nahe der Autobahn sowie der großen Ballungszentren und es gibt einen rechtssicheren Bebauungsplan. Perspektivisch sollten in Bedburg weitere Standorte für Unternehmen mit Logistik inklusive Handelsfläche folgen.

 
 
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