Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge lud zu Gedenkfeier ein

Veröffentlicht am: 10.11.2021

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Anlässlich des Volkstrauertages lud der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Vorsitzende des Ortsverbandes Bedburg, Bürgermeister Sascha Solbach, gemeinsam mit der Stadt Bedburg zu einer Gedenkfeier für die Opfer von Krieg und Gewalt ein.
   
Die Veranstaltung fand am Sonntag, den 14. November 2021, auf dem Friedhof in Bedburg-West (Goethestraße) statt.
    

Neben einem geistlichen Impuls von Herrn Pastor Dr. Wolter standen Musikdarbietungen sowie eine gemeinsame Kranzniederlegung auf dem Programm. Hier finden Sie die Einladung sowie das Programm.
    

Auch Bürgermeister Sascha Solbach hielt eine Ansprache, die wir für alle die nicht vor Ort dabei sein konnten, zusammengefasst haben: 

„Sehr geehrter Herr Pastor Wolter, liebe Gäste!
   
Ich bedanke mich zunächst gerne für die musikalische Einleitung unserer Zusammenkunft durch das Musikcorps der Ritter „Em Ulk“ und des Bedburger Männergesangvereins 1905 e.V., auch bekannt als die Erft-Harmoniker, begleitet durch den Dekanatsjugendchor San Francesco. Außerdem bedanke ich mich für die eindringlichen Worte, die Sie, lieber Herr Pastor Wolter, für uns gefunden haben.
   
Wir gedenken heute gemeinsam der durch Krieg und Gewalt getöteten Menschen. Das wir dies auf einem Friedhof tun, würde vermuten lassen, dass wir es mit einem Geschehen in der Vergangenheit zu tun haben, das wir nicht vergessen wollen und nicht vergessen dürfen.
   
Doch ein Blick in die Nachrichten reicht, um zu sehen, dass es nach wie vor viele laute und noch viel mehr leise Kriege gibt. Die politisch relevanten und aktuellen Kriege finden täglich ihren Platz in den Medien, die anderen werden zum Alltag und oft von der Öffentlichkeit vergessen.
    
Die Menschen, die wir hier und heute auf diesem Friedhof betrauern, sind von ihren Regierungen in einen Krieg geschickt worden, der nicht ihrer war, nur um Machtansprüche und Größenwahn zu manifestieren. Sie haben für das Ego ihrer Machthaber ihr Leben gelassen.
   
Heute blicken wir auf die Grenze zwischen Belarus und Polen und sehen wieder Menschen, die mit Gewalt in eine Auseinandersetzung getrieben werden, die nicht ihre eigene ist. Auf der einen Seite Soldaten, die Menschen am weitergehen hindern sollen und sogar Familien und Kinder bei eisigen Temperaturen draußen campieren lassen - und hinter dem Stacheldraht die Verzweifelten, die größtenteils von einem skrupellosen Diktator gewaltsam dorthin gebracht wurden, wohl wissend, dass die Mehrheit von ihnen nun in der Falle sitzt.
   
Kriege finden heutzutage ohne Bomben statt. Die Waffen sind Kälte, Hunger und Not.
Die Opfer bleiben Menschen. Um eigene Interessen durchzusetzen, scheuen sich Diktatoren auch heute nicht, viele Menschenleben zu opfern.
   
Volkstrauertag 2021: Ansprache von Bürgermeister Sascha Sobach Wir müssen uns fragen, wie können wir einfach zusehen? Was können wir tun? Die leisen und die lauten Kriege funktionieren, weil wir in den Wohlstandsgesellschaften Angst um unseren Komfort haben und weil vielen Menschen hier nach wie vor das fremde Angst macht. Eine Angst, die schnell in Aggression umschlägt und die bei Wahlen rechte Kräfte nach oben spült.
   
Wir zahlen viel Geld, damit die Probleme bitte schön dort bleiben, wo sie gerade sind: weit weg. Doch die Realität zeigt, die Schwierigkeiten sind bereits vor unserer Haustür angekommen. Wir müssen und wir sollten Stellung beziehen: Mitmenschlichkeit leben und uns als einen Planeten begreifen, der weitaus größere Probleme zu meistern hat, als die Zahlungsfähigkeit einzelner Diktatoren.
   
Der nächste große Krieg wird um Wasser geführt, so mutmaßen nicht wenige Zukunftsforscher. Die Klimakonferenz in Glasgow und die Aktivitäten der Klimaschützer weisen darauf hin, dass wir Menschen gut daran tun, uns gemeinsam den existenzerhaltenden Dingen zu widmen, statt weiter egoistischen Individualismus zu pflegen.
   
Spätestens Corona hat gezeigt, wie eng dieser Planet ist, wie wenig menschengemachte Grenzen wert sind. Es ist an der Zeit, dass jede und jeder für sich umdenkt und versucht, die Welt als Ganzes zu sehen und das wir uns dabei anstrengen, sie in einem besseren Zustand zu hinterlassen, als sie heute ist.
   
Sie alle sind heute hier und zeigen, Sie sind Menschen, die sich Gedanken machen. Die reflektieren, die durch ihr Erinnern wissen, dass ein Durchsetzen nationaler Ziele um jeden Preis eben einzig und allein am Ende einen Preis fordert: den von Menschenleben.
   
Es gibt unter den Neonazis, den Querdenkern, den rechten Gesinnungsgenossen viele, denen das Leben der Menschen offenbar wenig bis gar nichts wert ist, die für jedes Problem einen Schuldigen haben. Es ist unsere Aufgabe, diesen gefährlichen Denunzianten keinen Raum zu geben und uns Ihnen entgegenzustellen, wo immer es möglich ist. Gerade wir, die so genannte „bürgerliche Mitte“ muss darauf achten, dass nie wieder aus den „das wird man doch noch sagen dürfen“- Beschwichtigern echte Meinungsbildner werden.
   
In den vergangenen zwei Wochen gab es viele schöne Momente in unserer Stadt: Die weiterführenden Schulen haben die Patenschaften für die Stolpersteine in Bedburg übernommen und werden die Pflege und das Gedenken für „ihre“ Steine übernehmen. Die Zeremonie der jungen Menschen dazu hat mich zutiefst berührt.
   
Im Rahmen von „Schule ohne Rassismus –Schule mit Courage“ gab es einen Wettbewerb, Bilder zu malen. Auch hier sind die Ergebnisse, die Sie im Rathaus sehen konnten, nicht nur beeindruckend, sondern auch von emotionaler Wucht.
   
Wir haben tolle Menschen in Bedburg. Junge wie alte. Viele Engagierte, viele Aktive.
Sie alle sind unterwegs um in unserer Stadt das Zusammenstehen, die Toleranz und die Vielfalt zu leben. Das sollte uns froh stimmen, denn für die Toten, die wir zu beklagen haben, können wir nicht mehr tun, als alles daran zu setzen, dass sich sinnloses Sterben nicht mehr wiederholt und zu zeigen, das wir doch aus unseren Fehlern lernen können.
   
Im Gedenken an die Opfer der Kriege in Deutschland und in der Welt, in Trauer um gefallene Soldaten und Zivilisten, legen wir jetzt einen Kranz nieder. Dies tun wir in der Hoffnung und dem Glauben daran, dass es doch möglich ist, in unserer Welt friedlich, frei und respektvoll miteinander zu leben. Es liegt in unserer Hand.“
    
   
Volkstrauertag 2021

Bildunterschrift: Anlässlich des Volkstrauertages gedachten Pastor Dr. Johannes Wolter und Bürgermeister Sascha Solbach gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Bedburg den Opfern von Krieg und Gewalt in der Welt.

 
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