Ortschaft Kirdorf

Kirihdorp
Kirdorf

Spuren aus der Mittleren- und Jungsteinzeit zeugen bereits von einer Besiedlung in der Nähe des Dorfes. Die steinzeitlichen Funde wie Faustkeile, Pfeilspitzen, Steinklingen, Werkzeugte usw., die der Hobbysammlers Peter Bongartz auf den Äckern rund um Kirdorf gesammelt hat, bewiesen, dass sich bereits schon vor etwa 17.000 Jahren Menschen hier in der Gegend niederließen.


Dass die Römer später hier in der Gegend Außenposten ihres Reiches errichteten bezeugt der Fund der sogenannten „Villa rustica“, eines römischen Wirtschaftsgebäudes aus dem zweiten und dritten Jahrhundert nach Christus sowie ein Gräberfeld mit einer Reihe römischer Brandgräber, die alle beim Bau der Abraumbandanlage entdeckt wurden.


Jedoch erst in der fränkischen Zeit, um das Jahr 898, setzte sich die dorfartige Besiedlung durch. Erwähnt wird, dass zu dieser Zeit König Zwentibold von Lothringen der Äbtissin Wikburg zu Essen den Oberhof zu Kirdorf schenkte.


Kommunalpolitisch gehörte Kirdorf bis ins tiefe Mittelalter zur damaligen Kurkölnischen Grafschaft Bedburg. Zwei römische Landstraßen und eine mittelalterliche Handelsstraße führten durch den heutigen Mittelpunkt des Dorfes.


Kirdorf lag mit seiner Gemarkung viele Jahrhunderte, wie eine Halbinsel des Kurkölnischen Landes, hart an der Grenze zum Herzogtum Jülich. Nachdem die Hessischen Soldaten 1642 im dreißigjährigen Krieg das Dorf einnahmen wurde es total abgebrannt. Das Dorf samt Kirche wurde wieder aufgebaut, aber der Ort entwickelte sich immer mehr zu einer "Sackgasse" ohne Durchgangsverkehr. Es blieb bis in die 50er-Jahre ein verträumtes, kleines, idyllisch gelegenes Dörfchen. So bestand der Ort zum Beispiel im Jahr 1944 aus ganzen 35 Häusern. Heute hat es sich zu einem mittelgroßen ansehnlichen Ortsteil der Stadt Bedburg entwickelt.


Ein besonderer Ort für die Kirdorfer war ein Brunnen, der dem heiligen St. Willibrordus geweiht war. Dieser aus England stammende Mönch, der unter anderem die hier ansässigen Heiden christianisierte, soll das ungenießbare Wasser an der Stelle in sauberes Trinkwasser verwandelt haben. Neben dem Brunnen wurde zunächst eine kleine Kapelle errichtet, die aber später durch einen Neubau direkt über dem Brunnen ersetzt wurde. Sie wurde 1966 abgerissen. Der Brunnen, aus dem bis in die 40er-Jahre Wasser mit Hilfe einer Pumpe geschöpft wurde, war Ziel und Ausgangspunkt für zahlreiche Wallfahrten, bei denen die Pilger das vom Pfarrer gesegnete Wasser in Flaschen mit nach Hause nahmen.


Ein besonderer Anziehungspunkt war und ist die Lourdesgrotte. Die Lourdesgrotte wurde im Jahre 1908 vom Gärtner Johann Sieben aus Kirdorf unter der Leitung von Pastor Simon Lassaulx erbaut. Sie befindet sich heute noch in einem guten baulichen Zustand. Aus Zeitungsberichten des Erftboten ist zu ersehen, wie überörtlich groß die Einweihung am 8. Dezember 1908 gefeiert wurde. Man spricht von einem hier noch nie gesehenen Schauspiel der Lichterprozession. Fast 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und über 3.000 Personen aus nah und fern standen dicht gedrängt vor 34 Häusern Dorf-Spalier. Bengalische Flammen erhellten die Winternacht und Böllerschüsse verkündeten die jemals größte Festlichkeit auf Kirdorfer Boden.


Diese Massenverehrung an der Lourdesgrotte auf dem alten Friedhof hat sich im Laufe der Jahrzehnte ganz verloren. Jedoch sieht man heute noch vereinzelt viele Muttergottesverehrer, die in aller Stille an dieser idyllisch schön gelegenen Gebetsstätte verweilen.


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