Ortschaft Pütz

Puthze, Putze
Pütz

Zuerst zum Kloster Füssenich gehörend und als solcher schon 1194 beurkundet, gelangt der Fronhof in "Puthze" Anfang des 14. Jh. an den Grafen Walram, den Bruder Gerhards von Jülich. Von einem Ritter Kuno von Putze war bereits in Lipp die Rede, wo er Burgverwalter war. Das Wegedorf Pütz blieb beim Gericht Kirchherten bis zur Aufhebung der alten Ordnung.


In der Zeit der französischen Besetzung unter Napoleon war Pütz der Sitz einer eigenen „Mairie“ (Bürgermeisterei) und des dazugehörigen Bürgermeisters (der erste „Maire“ war Johann Heinrich Meuser). Sie bestand aus den Orten Pütz, Kirch- und Grottenherten; Kirch- und Kleintroisdorf, Kaiskorb und Hahnerhof. Die Mairie Pütz besaß zu diesem Zeitpunkt 1.965 Einwohner. Nach Abzug der Franzosen entstand daraus die Bürgermeisterei Pütz, die nach der Rheinischen Gemeindeordnung keine Spezialgemeinden besaß.


1937 wurde Pütz gegen seinen Willen mit Kaster und Königshoven zum Amt Königshoven mit Sitz in Harff zusammengeschlossen. 1953 wurde unter Bürgermeister Martin Flücken die „Ausatmung“ (also die Abtrennung) vom Amt Königshoven gefordert, kam aber nicht zustande. Hinderungsgrund waren die großflächige Abbauplanung für das Gebiet um Königshoven und die ersten Überlegungen zur Schaffung großflächiger Gemeindeverbände.


1971 schloss Pütz mit der Stadt Kaster und der Gemeinde Königshoven einen Gebietsänderungsvertrag, der eine erweiterte Stadt Kaster schaffen sollte. Die kommunale Neugliederung mit dem sogenannten „Köln-Gesetz“ kam aber dem zuvor und schuf aus dem Zusammenschluss aller fünf Gemeinden die neue Stadt Bedburg.


Die katholische Kapelle St. Johannes Nepomuk, Filiale von Kirchherten, wurde zuerst 1766 als Barockbau errichtet und musste 1888 einem Neubau weichen. Dieser einschiffige, spätneugotische Kirchbau mit Rundapsis ist im Innern kreuzrippengewölbt. Die Apsis überspannt eine fünfteilige Rippenkuppel auf Wanddiensten. Der Kirchenpatron steht im Dachreiter über dem Eingangsgiebel, an dessen Portal ein Chronogramm Erbauungszeit und Stifter nennt.



 
Neben kleinen Hofanlagen und Fachwerkbauten (z. B. Auf dem Mertensberg 21) sollte man sich in Pütz die jahrhundertealte Taxuslaube ansehen.


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