Naturschutzgebiet "Klärteiche"

Man kann natürlich sofort fragen: Was gibt es da Schützenwertes, denn rund um Bedburg gibt es doch nur Felder und eine junge Rekultivierung nach dem Tagebau.

In diesem Fall hat sich aus einem Teil eines ehemaligen Industriegeländes ein wichtiges, schützenswertes Biotop entwickelt.

   

Was ist passiert?

Als vor einigen Jahren die Zuckerfabrik Bedburg schloss und abgerissen wurde, bekamen die dazugehörigen Klärteiche nicht mehr das Rübenspülwasser zur Klärung. Trotz fehlender Wasserzufuhr blieb in den Teichen eine Wasserfläche - nun von Regenwasser gespeist - erhalten.

In kurzer Zeit entwickelten sich die Teiche zu einem frosch- und wasserpflanzenreichen Flachgewässer. Mittlerweile sind die Gewässer zu einem wichtigen Brutplatz und Rastgewässer für Wasser- und Watvögel geworden. Von großer Bedeutung sind die Teiche für durchziehende Vögel aus Nordeuropa und Russland, die auf ihrem Weg in die südlichen Winterquartiere und zurück hier Rastplätze und Nahrung finden. Viele Entenarten versuchen aber schon, so lange noch kein Eis auf den Teichen ist, hier auf Grund des hohen Nahrungsangebotes zu überwintern.

Dann sind zeitweise mehr als 500 Enten auf den Teichen, wobei unter den bekannten Stockenten dann u. a. auch Krick-, Knäk-, Löffel-, Spieß-, Schnatter-, Reiher-, Tafel- und Pfeifente zu finden sind. Namen von Entenarten, die für viele hier noch unbekannt sind.

Auf Antrag eines jungen Biologen, der über den Artenreichtum des Gebietes seine Diplomarbeit schrieb, kam mit Unterstützung von NABU und NWO die Unterschutzstellung ins Rollen. Von der Unteren Landschaftsbehörde, dem Erftkreis und der Stadt Bedburg wurde schnell erkannt, dass hier etwas Wichtiges zu erhalten war. 

Auch in Gesprächen mit den Betreibern der Zuckerfabrik wurde eine Einigung erzielt. So hat die Stadt Bedburg ein neues, wichtiges Naturschutzgebiet bekommen.

Mittlerweile reisen Vogelkundler aus einem großen Umkreis an, um hier ihre Studien zu betreiben. Der NABU bietet in seinem Jahresprogramm Beobachtungsspaziergänge an, um vogelkundlich Interessierten die Arten näher zu bringen.

Zur Zeit wird das Wegenetz so umgestaltet, dass man die Vögel gut beobachten kann, es aber auch Bereiche gibt, die für die Tiere störungsfrei bleiben.


Quelle Text: NABU Rhein-Erft-Kreis
 

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