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Warum kocht Qudsia Aash?
Aash ist eines der ältesten und bekanntesten Gerichte
Afghanistans und des Irans. Es ist sehr nahrhaft, ent-
hält verschiedene Proteine und Vitamine und schmeckt
außergewöhnlich gut. Besonders im Ramadan und an
kalten, verschneiten Tagen wird es gerne zubereitet.
Auch wenn jemand erkältet oder krank ist, kocht man
ihm unbedingt Aash, weil man glaubt, dass es ein ge-
sundes und wärmendes Gericht ist, das die Schwäche
vertreibt. Wenn Aash zu Hause gekocht wird, ver-
sammeln sich meist die Großeltern, Geschwister und
andere Familienmitglieder, um gemeinsam zu essen. Im
Ramadan wird es oft an die Nachbarn weitergegeben –
Aash isst man niemals allein.
Das Gericht ist nicht nur lecker, sondern auch sehr zeit-
aufwendig, weshalb es nicht häufig gekocht wird. Die
Zubereitung von Aash erinnert mich an meine Kindheit,
als meine Mutter den Nudelteig selbst machte und ihn
in dünne Streifen schnitt, die sie dann auf einer Leine in
der Sonne trocknete. Ich habe dann immer etwas Teig
genommen und damit gespielt.
Da meine Mutter sehr geschickt in der Nudelherstel-
lung war, half sie der Familie und den Nachbarn beim
Teigmachen und Schneiden für das Aash. Am meisten
hat mir die gesellige Atmosphäre gefallen, das Spielen
mit dem Teig, und später freute ich mich, wenn ich eine
Schüssel Aash zu meiner Tante oder den Nachbarn
bringen konnte.
Auch ich mache ich gerne Nudeln zu Hause und lasse
meine Kinder diese zu engen Freunden bringen, damit
sie später ebenfalls schöne Erinnerungen an dieses Ge-
richt haben.
Qudsia
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