Verwarngeld für achtlos weggeworfene Abfälle soll erhöht werden
Die Stadt Bedburg verschärft ihr Vorgehen gegen das achtlose Wegwerfen von Abfällen im öffentlichen Raum: Das Verwarngeld für das Wegwerfen oder Zurücklassen von Unrat, Lebensmittelresten sowie insbesondere Zigarettenkippen soll von bislang 25 Euro auf 55 Euro angehoben werden. Damit soll der im Ordnungsbehördengesetz vorgesehene Höchstsatz ausgeschöpft werden.
Die Entscheidung wurde in der vergangenen Sitzung des Ausschusses für Feuerwehr-, Ordnungs- und Rettungswesen nach einem Antrag der Grünen einstimmig von den Mitgliedern beschlossen. Ziel ist es, ein deutliches Signal für mehr Sauberkeit im Stadtgebiet sowie für den Schutz von Umwelt und Natur zu setzen.
„Wir haben bereits mehrere Maßnahmen ergriffen, um der Vermüllung im öffentlichen Raum entgegenzuwirken – von einer gut ausgebauten Infrastruktur mit Mülleimern und Aschenbechern bis hin zu gezielten Aufklärungskampagnen und Aktionstagen“, betont Bürgermeister Sascha Solbach. „Am Ende liegt es jedoch in der Verantwortung jedes Einzelnen, Zigarettenstummel und andere Abfälle ordnungsgemäß zu entsorgen und damit aktiv zum Schutz unserer Umwelt beizutragen.“
Erhebliche Umwelt- und Gesundheitsrisiken durch Zigarettenstummel
Laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen wurden in Deutschland allein im Jahr 2024 über 66 Milliarden Zigaretten geraucht. Schätzungen zufolge werden etwa zwei Drittel davon unsachgemäß entsorgt – das entspricht rund 43,5 Milliarden Zigarettenstummeln, die schlimmstenfalls in der Umwelt landen. Zigarettenstummel sind damit auch hierzulande eines der häufigsten Abfallprodukte.
Entgegen ihres harmlos wirkenden Aussehens bestehen Zigarettenfilter nicht aus natürlichen Materialien, sondern aus Kunststoff und zerfallen zu Mikroplastik, das dauerhaft in Böden und Gewässern verbleibt. Dieses Mikroplastik ist praktisch nicht mehr aus der Umwelt zu entfernen und stellt eine langfristige Belastung für Ökosysteme dar.
Zudem wirken die kleinen Kunststofffasern wie ein Magnet für Schadstoffe. Beim Rauchen reichern sich im Filter zahlreiche giftige Substanzen an, darunter das Nervengift Nikotin, Arsen, Blausäure sowie Schwermetalle wie Blei und Kupfer. Bereits kurze Regenereignisse reichen aus, um diese Stoffe auszuwaschen: Schon nach etwa 30 Minuten kann ein erheblicher Teil des Nikotins in die Umwelt gelangen.
Die Schadstoffe werden über Regenwasser in Böden, Gewässer und das Grundwasser eingetragen und können so auch Trinkwasserressourcen beeinträchtigen. Für Tiere stellen Zigarettenreste eine erhebliche Gefahr dar: Vögel und Fische verwechseln sie häufig mit Nahrung oder nehmen die gelösten Giftstoffe auf.
Auch natürliche Prozesse in Gewässern können durch die enthaltenen Schadstoffe gestört werden. So kann unter anderem das Wachstum von gesundheitsschädlichen Blaualgen begünstigt werden, was negative Folgen für Mensch und Tier haben kann. Studien zeigen, dass bereits ein einzelner Zigarettenstummel in einem Liter Wasser innerhalb weniger Tage die Hälfte der darin lebenden Fische töten.
Gemeinsame Verantwortung für eine saubere Stadt
Die Stadt Bedburg hat bereits in der Vergangenheit verschiedene Maßnahmen ergriffen, um der Vermüllung durch Zigarettenstummel entgegenzuwirken. Im gesamten Stadtgebiet stehen rund 200 öffentliche Mülleimer mit integrierten Aschenbechern bereit. Diese sind gezielt an stark frequentierten Orten und öffentlichen Plätzen installiert, um eine einfache und sachgerechte Entsorgung zu ermöglichen.
Darüber hinaus hat die Stadt eine öffentlichkeitswirksame Kampagne durchgeführt, die gezielt für mehr Sauberkeit im Stadtgebiet sensibilisiert. Dabei wurden Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, Abfälle wie Zigarettenstummel, Hundekotbeutel und sonstigen Müll unterwegs konsequent in die vorgesehenen Abfallbehälter zu entsorgen. Ebenso findet in den Bedburger Ortsteilen jährlich die Müllsammelaktion „Sauberes Bedburg“ statt, bei der freiwillige Helferinnen und Helfer die Stadt von wildem Müll befreien.
Nach dem Beschluss durch die Mitglieder des Ausschusses für Feuerwehr-, Ordnungs-, und Rettungswesen sollen nun weitere Maßnahmen geprüft werden, um diesem Problem entgegenzuwrken. Ebenso wird der Verwarngeldkatalog der Stadt Bedburg grundsätzlich überarbeitet.
