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Wem gehört der Borschtsch?


            Die Frage nach der Herkunft des Borschtsch mag
            in diesen Tagen vielleicht nebensächlich erscheinen.
            Doch mit ihrer Entscheidung, die ukrainische Zu-
            bereitungsart der Rote-Bete-Suppe auf die Liste des
            weltweit zu schützenden immateriellen Kulturerbes
            zu setzen, hat die UN-Kulturorganisation UNESCO im
            Sommer 2022 in dem vom Krieg gezeichneten Land
            eine Welle der Euphorie ausgelöst.
            Laut der Bewerbung der Ukraine wird Borschtsch seit
            Jahrhunderten in allen Teilen des Landes und in sämt-
            lichen Gesellschaftsschichten zubereitet. In den vielen
            überlieferten Rezepten, die von Generation zu Genera-
            tion weitergegeben werden, spiegeln sich die regiona-
            len Besonderheiten und lokalen Traditionen wider, die
            bei Festivals und Kochwettbewerben lebendig gehalten
            werden. Heute ist Borschtsch ein Symbol der ukraini-
            schen Küche.
            In jedem Haushalt und in jeder Region wird das traditi-
            onelle Gericht nach eigenem Familienrezept zubereitet.
            Überall schmeckt Borschtsch ein klein wenig anders.
            Übrigens, traditionell soll in Borschtsch so viel Gemü-
            se enthalten sein, dass ein Holzlöffel im Suppentopf
            stehen bleibt.
                                                       Anastasia















                                                                                                                                                                    31
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